Rückblick


Podium über Krienser Kultur

Ein gelungener Abend mit vielen Ansichten über unsere Kultur - Tatsachen und  Möglichkeiten – und einem einhelligen Lob für das neue Kulturzentrum von Kriens, das „Kulturquadrat“ und seine Verwaltung durch die Gemeinde. Kein Wort der traurigen Erinnerung an das alte Scala und die Teiggi und und  und… Vielleicht eher etwas Skepsis gegenüber dem ausgesteckten alten Kamin in dieser Überbauung.

  • Reger Austausch - Neuigkeiten über die Kultur - alte, fast vergessene Kulturwerke (Judith Luthiger)
  • Traditionelle Feste  und Handwerk – (fast) vergessene Kulturgüter (Erwin Schwarz)
  • Möglichkeiten der Präsentation in der Vergangenheit und in der Gegenwart, junges Kulturdenken (Daniel Rösch)
  • Da und dort ein schwarzer  „Tolggen“ – Unwissenheit. (Alle Beteiligten)
  • Ein bisschen volksorientiertes Kulturdenken und Handeln (Rosmarie Schneeberger)

Der Gesamteindruck zeichnete sich schon am Anfang ab, indem der Raum im „Grüene Bode“ fast zu klein war für die vielen Kulturinteressierten. Martin Senn navigierte geschickt zwischen den verschiedenen Voten hin und her und auch der älteste Krienser Kulturinteressierte und -engagierte Alex Wili liess sich vernehmen, wenn den Zuhörern zu viel „ping-pong“  zugemutet wurde.

Die KGK hat Statements erhalten von Mitgliedern und verschiedenen Kulturinteressierten und Kulturschaffenden von Kriens. Diese werden hier  ganz oder teilweise veröffentlicht. Gerne nehmen wir weitere solche Inputs entgegen. (Schreiben Sie nicht mehr als 1500 Zeichen.)

Bitte senden sie diese ein an: info@kulturkriens.ch  Die Redaktion wird, wenn möglich, ihr Schreiben hier wiedergeben.                     

Rosmarie Schneeberger

Statements zur Kultur von Kultur - Interessierten

Kunst und Kultur im Alltag

Jeder, der eine persönliche Ausdrucksform für sein persönliches Erleben findet, macht Kunst. Jeder, der Bilder malt, gestalterisch tätig ist oder Musik macht, drückt sich mit seiner ganzen Biografie aus und die Weiterentwicklung der Gestaltungskraft verändert die eigene Biografie. Es entstehen neue Erkenntnisse und alte Gewohnheiten, Denkmuster und Emotionen wandeln sich.

Kunst ist nicht das Privileg von Künstlern und Genies. Häufig ist es uns ganz recht, wenn wir diese Ausdrucksformen, die das Innere berühren, besonders Begabten und Virtuosen delegieren können.

Vielleicht sagen wir von uns: „Ich bin nicht begabt“, „das oder jenes kann ich einfach nicht“ oder „ich bin beruflich…familiär etc. so belastet, dass ich keine Zeit habe.“ Oberflächlich betrachtet mag das sogar stimmen. Vielleicht ist es aber auch eine Floskel oder Ausrede: Sich Raum und Zeit zu nehmen, um sich mit dem eigenen Inneren zu befassen, ist eine Herausforderung und mobilisiert vielleicht innere Widerstände. Wir glauben, wir hätten genug zu tun mit der Bewältigung des Alltags.

Ich halte es lieber mit den Buddhisten, d.h. der östlichen Philosophie, die die Floskel „Ich kann nicht“ unter Faulheit einordnet. Kennen Sie den Unterschied zwischen Gymnastik (z.B. Armeeturnen) und Bewegung in Verbindung mit dem Atem und der Empfindung (z.B. Yoga)? Manchmal sind wir ohne innere Verbindung zu uns selbst. Kunst ist gestalterische Tätigkeit in gefühlter Verbindung mit uns selbst und der Welt.

So wird gestalterische Tätigkeit zu einem Herzensanliegen verbunden mit Achtsamkeit gegenüber sich selbst und anderen. Unter diesen Voraussetzungen geschieht auch persönliche Weiterentwicklung, entstehen Wandlung und neue Erkenntnisse wie z.B.“ ich nehme mir Zeit für meine persönlichen Bedürfnisse“.

Eine Voraussetzung dürfen wir nicht vergessen: Kunst (definiert als Tätigkeit mit innerer Wahrnehmung und Empfindung) setzt auch Handwerk und Fertigkeit voraus. Als Musiker üben wir. Was ist üben? Eine lästige Notwendigkeit! Nein, üben ist eine regelmässige gestalterische Tätigkeitmit einer inneren Verbindung zu uns selbst. Dies kann eine Entdeckung sein, die uns das Üben zum Bedürfnis macht. Und plötzlich haben wir auch „Zeit“.

Luzern, 21. September 2017
Toni Gschwend

Kultur im weitesten Sinn

Kultur bezeichnet für mich im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt.

Conny Jauch, Kriens

Das gemeinsame Singen

Seit 20 Jahren bin ich als Chorleiter in Kriens tätig. Ich erfahre von der Krienser Bevölkerung viel Begeisterung und Goodwill für den Gesang und die Chorprojekte. Es kommen wöchentlich mehr als 150 Sängerinnen und Sänger von 5-70 Jahren in die Chorproben. Das gemeinsame Singen ist ein wichtiger Bestandteil im Leben und in der Kultur von Kriens.

Als Musikschulleiter freue ich mich über die wachsende Zahl Schülerinnen und Schüler, die ein Instrument erlernen und in Ensembles musizieren. Es sind bereits mehr als 1‘500. Einen grossen Zuwachs verzeichnen wir bei den Abos für Erwachsene. Wir freuen uns sehr über das Interesse der Krienser Bevölkerung an dem vielseitigen Angebot der Musikschule.

Ursin Villiger , Kriens

Potenzial – alte Kultur stärken – neue aufbauen

Kultur wächst mit dem Interesse der partizipierenden Bevölkerung. Wo niemand seine Vorstellungen mit einbringen kann, verliert die Kultur an Stärke.

Kriens ist gross, Quartiere gibt es viele, verschiedenste Kulturen sind vertreten - da steckt einen Menge Potential drin, alte Kulturen zu stärken, umzuwandeln oder neue aufzubauen. Dazu braucht es nicht Initianten, sondern Mitdenker, Mitmacher... Kleinstkulturen sind bereits überall präsent und müssen lediglich entdeckt werden.

Mir scheint, dass die Bevölkerung stark an Luzern orientiert ist, anstatt eigene Kulturen, Bräuche, Traditionen und Verhaltensmuster wertzuschätzen. Auch scheint es mir, dass von der Gemeinde Kriens Kultur gefordert und weniger gefördert wird. Verwaltungsstellen versuchen krampfhaft, Kultur zu suchen, zu stärken oder neue zu erschaffen, ohne die Arbeit von unentgeltlichen Akteuren wertzuschätzen, die bereits daran arbeiten. Ein Preis da und dort würdig zwar die Preisträger, ist aber gleichzeitig ein Affront gegenüber denjenigen, die Jahr für Jahr ihre Zeit und ihr Geld für Kulturelles in Kriens investieren.

Ich schätze die Vielfältigkeit der Gemeindemitglieder und meiner Kundschaft und freue mich, in Zukunft ein Stück Kultur mit zu entwickeln. Habe stets ein offenes Ohr dafür.

Marco Venzin

Wachsen-gedeihen-vernetzen und wieder verschwinden

Für mich ist Kultur „alles was der Mensch“ herstellt. Im Prinzip: Kultur oder Natur. Ich persönlich sehe Kultur die wachsen und gedeihen kann - sich vernetzen – grösser werden- und wieder verschwinden- (kann).
Daher möchte ich persönlich Kultur auch nicht werten. Obwohl Kultur einen bestimmten Wert hat. Für die Menschen –als Mittel zur Kommunikation und auch als Ausdrucksmittel in der Gesellschaft.

Kurt von Rotz, Kriens

Kultur als bereichernder Austausch

Kulturschaffende sind für mich Menschen, welche auf irgend eine Art ihre Kreativität ausleben. (Vielfach handelt es sich dabei ja auch um Künstler). Diese Kreativität kann durch mannigfaltige Art ausgedrückt werden, sei dies mit Musik, malen, basteln, Theater spielen, Märchen erzählen, Texte schreiben, Holzbearbeitung usw.

Ich denke viele Kulturschaffende haben das Bedürfnis ihre entstandenen Werke mit anderen zu „teilen“, also etwas durch ihre Werke mit zu teilen. So gesehen ist Kultur für mich ein bereichernder Austausch zwischen Menschen und dies eben auf mannigfaltige Weise.

Andrea Arnold, Kriens

Kultur ist eigene Identität

Kultur ist Erbe Kulturgut) aber auch eine stetige Weiterentwicklung.
Kultur ist die eigene Identität, die man in persönlicher Art und Weise in Form bringt.

Elsbeth und Donat Burgener, Eschenbach


Kehrseite

Haben Sie die Bauseite im Newsletter 2017-2 gelesen? Vielleicht sind Sie nachher sogar mit weit offenen Augen durch Kriens gelaufen und haben überall die Baugruben oder die im Bau begriffenen Objekte wahr genommen. Möglicherweise haben Sie die Krane gezählt und die Amseln gesehen, die fleissig die neuen Metallbäume untersuchten oder als Hochsitz für ihre wundersamen Lieder benützten.

Kreation  - Veränderung – Entwicklung habe ich das genannt. Und jemand anders hat diese Entwicklung nicht gross angesprochen. Sie ging fleissig auf die Suche nach der Entwicklung in der Natur, sie suchte romantische Plätzchen und Plätze und bannte diese Bilder auf Papier. Wieder andere befürchten, diese schönen Ecken in Kriens würden nach und nach verschwinden und  das neue Kriens würde eine Stadt mit fehlender Romantik.

Wohin die Veränderung uns führt kann wohl keiner so genau voraus sehen. Was wir jedoch in unserer Erinnerung verankern, kann uns keiner nehmen. Offiziell hat der Zwerg von Toni Meier, den wir an unserer GV gezeigt haben, keinen öffentlichen Raum erhalten. Sollten Sie ihm dennoch irgendwo begegnen… Dank sei diesem Volk, wenn es unsere Erde betreut.

Früher kam dieses Volk der kleinen Leute ins Dorf und zu den Menschen, um ihnen zu helfen. Wenn sie heute kommen würden, wo sollten sie uns helfen?

Rosmarie Schneeberger an Pfingsten
Bilder Anita Albisser


Musik-Brunch der Kulturgesellschaft Kriens vom Mai 2017

Der diesjährige Musik-Brunch wurde wiederum von der Panorama Dixie Band eröffnet. Nach der offiziellen Begrüssung der Kulturschaffenden und Gäste durch die Präsidentin der KGK, stellte sich auch das Lucas Marsand Trio musikalisch vor.

Nach Eröffnung des Brunch-Buffets wurde dieses von den fast 90 Gästen ausgiebig genutzt.

Rege betrachtet und diskutiert wurden Maggie Meiers Bundesräte, die von den Wänden schauten, als gehörten sie dazu. An der gegenüberliegenden Wand präsentierten sich noch die Krienser Sujets.

In der Folge spielte die Panorama Dixieband während des Brunch und das Lucas Marsand Trio konzertierte bei mäuschenstillem Publikum. Anschliessend spielte nochmals die Band.

Die Kombination der beiden Musikgruppen fand viel Lob. Sie lieferten einen wunderbaren Mix von Fröhlichkeit (Indiana oder Ice Cream) und tiefsinniger Lebensphilosophie (z.B. der neue Song: Record Lines oder Open Heart aus der CD „my way back home“ von Lucas Marsand), die so sehr zu einem Maiensonntag passten.

Und – nur was nicht ewig währt hat in der Erinnerung Beständigkeit – wir danken allen Beteiligten von Herzen für den erbaulichen Sonntag.


GV der Kulturgesellschaft Kriens 2017

Hier finden Sie den GV-Bericht KGK 2017